Nicht zu unterschätzen: Medikamente als "Stolperfalle" 


Ursachen von Stürzen sind im Alter vielfältig

Krankheiten und/oder das Alter können Muskelkraft, Gang und Balance, Reaktionsvermögen und Sensorik beeinflussen und stören.

Während das Stolpern über eine Schwelle bei einem jungen, gesunden Menschen in der Regel nicht zu einem Sturz führt, so ist dies bei einem älteren Menschen durchaus öfter der Fall.

Nicht immer ist dafür die verminderte Muskelkraft der Grund. Auch Medikamente und die damit verbundenen Neben- und Wechselwirkungen können das Sturzrisiko erhöhen.

 

Veränderte Wirkung von Medikamenten im Alter 

Im Alter verändern sich die Körperfunktionen und somit der Stoffwechsel. Er wird träger. Ältere Menschen reagieren auf Medikamente und deren Nebenwirkungen besonders sensibel. Zum einen funktionieren Leber und Niere schlechter als bei jungen Menschen, sodass Wirkstoffe langsamer abgebaut werden.

Durch den höheren Fettgehalt im Körper können außerdem fettlösliche Medikamente, zum Beispiel Beruhigungs- und Schlafmittel, sich anreichern und so einen viel höheren Wirkspiegel erreichen.


Diese Arzneimittel können zur Stolperfalle werden

Eine große Zahl an Medikamente fällt in die Gruppe FRIDs: Fall risk increasing drugs. Es handelt sich dabei also um Medikamente, die das Risiko von Stürzen vergrößern.

Harntreibende Mittel, sogenannte Diuretika, sowie einige Blutdrucksenker beispielsweise beeinflussen den Elektrolythaushalt. Das wiederum kann zu Konzentrationsschwierigkeiten, Muskelschwäche und Schwindelattacken sowie in weiterer Folge zu Gangunsicherheiten führen. Diuretika führen insbesondere dann zu Stürzen, wenn Patienten mit eingeschränkter Mobilität versuchen, zügig eine Toilette zu erreichen.

Auch manche Mittel gegen Diabetes können eine Unterzuckerung und damit ein körperliches Schwächegefühl verursachen.

Indes sorgen zahlreiche Schlaf- und Beruhigungsmittel für Benommenheit oder Desorientiertheit. Werden diese Arzneimittel in der Nacht nicht abgebaut, setzt sich ihre Wirkung am Folgemorgen fort. Auch der nächtliche Gang zur Toilette kann dadurch beeinträchtigt werden.

Gangstörungen sind auch häufige Nebenwirkungen von Antidepressiva, Neuroleptika und Antipsychotika sowie von etlichen Schmerzmitteln.

Bestimmte Antibiotika wiederum können Herzrhythmusstörungen verursachen und dadurch ebenfalls die Sturzgefahr steigern.

 

Übermedikation als Risikofaktor für Stürze

Je mehr Medikamente eine Person einnimmt, umso höher ist die Gefahr zu stürzen. Von Polypharmazie ist dann die Rede, wenn mehr als fünf Arzneimittel pro Tag eingenommen werden.

Wenn das eine Arzneimittel beruhigt, das zweite die Muskelspannung vermindert, ein drittes den Blutdruck plötzlich absinken lässt und ein viertes den Elektrolythaushalt durcheinanderbringt, ist ein Sturz meist vorprogrammiert. 

Besprechen Sie deshalb das Thema unbedingt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin und lassen Sie prüfen, ob wirklich alle Medikamente notwendig sind oder zumindest eine Reduktion der Dosis möglich wäre.

 







zu den Angeboten

 

Achtung Zecken 


Gesundheitstipps

  1. Veränderte Wirkung von Medikamenten im Alter

    Auf Grund von körperlichen Veränderungen kann sich auch die Wirkungsweise von Medikamenten im zunehmenden Alter verändern. Bestimmte Medikamente lassen sogar das Risiko von Stürzen wachsen.

  2. Polypharmazie

    Wenn mehr als fünf Medikamente pro Tag eingenommen werden, spricht man von Polypharmazie. Je mehr Medikamente eingenommen werden, umso höher ist die Gefahr zu stürzen.
  3. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt
    Besprechen Sie das Thema mit Ihrem Arzt und klären Sie ab, ob wirklich alle einzunehmenden Arzneimittel notwendig sind oder ob sich zumindest die Dosis verringern lässt.